Wenn aus einem Virus ein ernsthafter neurologischer Verlauf wird – warum die Gürtelrose-Impfung so wichtig ist
Vor Kurzem wurde einer meiner Patienten wegen einer scheinbar „einfachen“ Gesichtslähmung stationär aufgenommen. Rasch zeigte sich jedoch ein deutlich komplexeres Bild: eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus mit Beteiligung mehrerer Hirnnerven und sogar einer Meningitis. Neben der Lähmung traten Schwindel, Hörminderung und starke Schmerzen auf. Es war eine intensive antivirale Therapie sowie eine mehrtägige stationäre Behandlung notwendig.
Solche Verläufe sind selten, aber sie kommen vor. Und sie zeigen sehr eindrücklich, was hinter dem Begriff „Gürtelrose“ tatsächlich stehen kann.
Das Varizella-Zoster-Virus verbleibt nach einer durchgemachten Windpockeninfektion lebenslang im Körper. Jahrzehnte später kann es reaktiviert werden – oft begünstigt durch Alter, Stress oder ein geschwächtes Immunsystem. Während viele Verläufe „nur“ die typische schmerzhafte Hauterscheinung zeigen, sehen wir in der Praxis immer wieder auch schwere Komplikationen:
ausgedehnte Nervenschmerzen, langanhaltende Neuralgien, Augenbeteiligung mit Sehproblemen oder – wie im oben beschriebenen Fall – neurologische Verläufe mit Beteiligung von Hirnnerven und zentralem Nervensystem.
Gerade diese schweren Verläufe hinterlassen Eindruck. Nicht nur medizinisch, sondern auch menschlich.
Die gute Nachricht ist: Wir können vorbeugen.
Die Impfung gegen Herpes Zoster ist heute eine sehr wirksame und gut verträgliche Maßnahme. Sie reduziert nicht nur das Risiko, überhaupt an Gürtelrose zu erkranken, sondern vor allem auch das Risiko schwerer Verläufe und chronischer Schmerzen deutlich.
In Österreich gilt:
Die GRATISImpfung ist für Personen ab dem 60. Lebensjahr vorgesehen und kann bei entsprechenden Risikokonstellationen auch bereits früher sinnvoll sein – dann nach ärztlicher individueller Indikationsstellung.
Aus meiner täglichen Erfahrung kann ich sagen:
Ich sehe immer wieder Patientinnen und Patienten mit belastenden, teils schweren Verläufen, die sich sehr wahrscheinlich durch eine Impfung hätten vermeiden lassen. Genau deshalb empfehle ich diese Impfung mit Nachdruck.
Wenn Sie über 60 Jahre alt sind oder eine Vorerkrankung haben, sprechen Sie das Thema aktiv an. Es ist eine Entscheidung, die langfristig viel Leid verhindern kann.
Die Impfung kann bei mir jederzeit unkompliziert durchgeführt werden – ohne Termin.
Wenn Sie Fragen dazu haben, nehmen Sie gerne Kontakt auf. Ich berate Sie individuell und kläre gemeinsam mit Ihnen, ob die Impfung in Ihrer Situation sinnvoll ist.